Chronik

Die Geselligkeit pflegen, das ist das Ziel, welches sich der Verein Frohsinn bei seiner Gründung gesetzt hat und dem er bis heute treu geblieben ist.

Geburtsstätte des Vereins ist ein Stammtisch am 01.Oktober 1875 in der Brauerei Rühl, dem heutigen Gasthaus „Zum Birnbaum“. Da man in die Geselligkeit des Stammtisches die Familie mit einbeziehen wollte, gründete man den Geselligkeitsverein Frohsinn. Trotz der nur 15 Mitglieder des Vereins stellte man schon zu Beginn eine Satzung auf; der Monatsbeitrag lag bei 20 Pfennig! Einheimische Nichtmitglieder hatten bei Vereinsveranstaltungen keinen Zutritt.

Der erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 unterbrach die Arbeit des Vereins. Die Vereinstätigkeit ruhte, da keinerlei Aufzeichnungen zu finden sind. Erst am 29.Januar 1922 wurde es wieder lebendig. Bis die Gleichschaltung 1934 kam, war es sehr rege im Verein. Von den Nazis wurde der Geselligkeitsverein verboten. Bis lange nach dem zweiten Weltkrieg ruhte der Verein.

Doch am 4.Februar 1956 wurde die Wiedergründung des Vereins beschlossen. In der Monatsversammlung vom Oktober 1958 wurde beschlossen eine Vereinsfahne anzuschaffen. Bereits im April nächsten Jahres wurde die Fahne im Wert von 600,00 DM bei einer Nürnberger Firma vom 1. Vorstand Georg Reeg in Auftrag gegeben. Am 17. Mai 1959, Pfingstsonntag, wurde mit einem Waldfest die Fahnenweihe in der Gräf begangen. Diese Vereinsfahne versinnbildlichte in Ihren Farben und Symbolen das Bestreben des Vereins: das satte Grün der Rückseite weist auf die Natur und ihre Schönheit hin, der auf ihr abgebildete älteste überlieferte reichstädtische Adler von 1478 dokumentiert die Traditionsverbundenheit des Vereins. Die Vorderseite der Fahne bringt auf elfenbeinfarbenem Grund das Emblem der verschlungenen Hände als Symbol der Treue und Verbundenheit.

Seit dem 7.September 1968 wurde zusätzlich zum Vereinslied „Wahre Freundschaft“ der Zusatz gesungen: Frohsinn bei unseren Liedern, Frohsinn bei unserem Bier, Frohsinn unter uns Brüdern, Frohsinn sei unser Panier. In der Monatsversammlung vom Juni 1973 wurde nach langer Diskussion die Trachtengruppe gegründet. Als den Mitgliedern endlich die Trachten zur Verfügung standen, waren alle begeistert, und man schwor sich, alles für die Trachtengruppe zu tun. Ebenso wurde eine Erwachsenen- sowie eine Kindertanzgruppe gegründet. Diese beiden Gruppen haben viele Stunden gebraucht, um Volkstänze in der Öffentlichkeit vortragen zu können, aber ihr Fleiß wurde belohnt. Der erste große Einsatz der Trachtengruppe kam an der Feier zum 100. Geburtstag des Vereins am 31. Mai und 1. Juni 1975. Den Höhepunkt dieser Feier bildete der Festumzug am Sonntagnachmittag mit rund 400 Trachtlern.

Im Januar 1976 wurde beschlossen eine Jugendmusikkapelle zu gründen; die Instrumente kaufte der Verein. Bereits im Dezember fand der erste Auftritt an der Weihnachtfeier statt. Auch am Altstadtfest 1976 nahm der Verein Frohsinn am Kornmarkt teil und stellte zum erstenmal alte landwirtschaftliche Maschinen, alte Pflüge, Schlepper und andere Maschinen aus, die der Verein gesammelt hatte.

Seit dem 3. September 1980 ist der Verein Frohsinn eingetragener Verein. Der Name lautet: Verein Frohsinn mit Trachtengruppe e. V.. 1982 war das größte Ereignis die Mitwirkung bei der Einweihung des Freilandmuseums. Jedes Jahr wird seitdem der Maibaum vom Frohsinn im Freilandmuseum aufgestellt. Zum 110 jährigem Jubiläum des Vereins würdigte die Windsheimer Zeitung neben den Trachten- und Tanzgruppen auch die Sammlung und Pflege alter bäuerlicher Haus- und Feldgeräte, welche in den vergangenen 20 Jahren liebevoll in Schuß gehalten werden.

Im Sommer 1985 wurden anlässlich des Museumsfestes die ersten Kontakte nach Frankreich geknüpft. Auf Anfrage des Bezirks Mittelfranken war man bereit die Eglantinos aus Limoges zu betreuen. Beim Jahresabschlußbericht 1985 wurde bekanntgegeben, dass der Verein Frohsinn einen Bauernhof in Oberntief gekauft hat. Im Juli 1986 startete der Verein zu einem Gegenbesuch nach Frankreich, wo man in der Bezirkshauptstadt Limoges von den Mitgliedern des Partnervereins Le Eglantino Do Lemouzi empfangen und betreut wurde. Der 1985 gekaufte alte Bauerhof aus dem 17. Jahrhundert wurde in fast 3000 Arbeitsstunden und mit unermüdlichem Fleiß sowie durch tatkräftige Unterstützung heimischer Firmen und der Obertiefer Landwirte zu einem wahren Schmuckkästchen hergerichtet. Für 110.000 DM ging der Hof von der Flurbereinigung in den Besitz des Vereins über. Mit einem Aufwand von rund 300.000 DM präsentiert sich der Frohsinnshof nunmehr in einem hervorragendem Zustand. Als Dauerausstellung dient er zur Erhaltung ländlichen Brauchtums.

Seit 1969 hatte Richard Nähr das Amt des 1. Vorstands inne. In dieser Zeit wurden sowohl die Trachtengruppen gegründet als auch der Frohsinnshof in Oberntief gekauft. Auch die Auftritte im fränkischen Freilandmuseum, welche auch heute noch von den Mitgliedern durchgeführt werden, fallen auf seine Initiative zurück. Als er 1999 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgab, übernahm der jetzige Vorstand Wolfgang Schmotzer den Vorsitz. Aus Dank für seine großartigen Leistungen für den Verein wurde Richard Nähr zum Ehrenvorstand ernannt. Zur Zeit zählt der Verein 191 Mitglieder.